Feed auf
Postings
Kommentare

Ebay war ja einst eine Plattform, die davon lebte, dass von privat an privat verkauft wurde. Es hat sich immer mehr zum Volkssport entwickelt, in der Pause bei Ebay zu surfen und nach Schnäppchen zu suchen. Dass mittlerweile immer mehr kommerzielle Händler das Geschehen dominieren ist bekannt, in gewisser Weise in bestimmten Bereichen auch ok und gut für den Kunden.

Für Ebay natürlich auch – denn an Dingen, die für höhere Sofortkaufpreise rausgehen, verdient Ebay deutlich mehr als für eine 1 Euro Auktion, bei der ein Privatmann seine CD Sammlung ausdünnt oder altes Spielzeug verhökert.

In den letzten Jahren hat Ebay immer mehr versucht, die Privatkunden stärker zu reglementieren und aus den Anbietern mehr Geld rauszuholen. Sei es mit Zwangspaypal, was dann doch nicht kam, sei es mit anderen Regelungen. Meistens hat man sich damit arrangiert.

Heute jedoch dürfte der Punkt kommen, wo sich viele private Gelegenheitsanbieter (so wie ich beispielsweise) endgültig verabschieden.

Zitat Ebay:

Liebe eBay-Verkäufer,

wie am 30. Juli bereits angekündigt, müssen Verkäufer seit heute in einer Reihe von Medien-Kategorien den kostenlosen Versand als erste Versandart im Inland anbieten.

Lesen Sie bitte mehr zum Thema kostenloser Versand in Medien-Kategorien.

Herzliche Grüße
Ihr eBay-Team

Warum ist das so verheerend? Nun, viele Bereiche leben davon, dass man Ware wiederholt einstellen kann, zum Mindestgebot. Mit dem Stichwort “Volksauktion” sind damals viele Leute zu Ebay gelockt worden. Das Problem ist nun, dass jemand, der die Versandkosten einpreisen muss, einen höheren Startpreis einkalkulieren muss, der mehr Gebühren auslöst. Wenn ich aber nun beispielsweise ein Taschenbuch habe, dass ich als gebraucht bestenfalls für 2-3 Euro losbekomme, weil es eben neu nur 7 Euro kostet, dann kann ich davon ausgehen, dass bei 2,50 Startgebot ich nach zweimaligem Neueinstellen gar keinen Gewinn mehr machen kann. Das heißt aber auch, dass ich nun ein erhebliches wirtschaftliches Risiko habe und im Zweifel einen Artikel gar nicht mehr einstelle.

Einige argumentieren jetzt, dass so auch der Müll von Ebay verschwinden würde. Das mag sicherlich teilweise sein. Dennoch lebt Ebay meiner Meinung nach von den Schnäppchenjägern und Privatauktionen genauso wie von den gewerblichen Anbietern. Wenn ich keine Schnäppchen mehr machen kann, warum soll ich überhaupt noch bei Ebay suchen. Ganz ehrlich, dann geh ich lieber gleich zu Amazon, einer der wenigen New Economy Unternehmen, dem ich wirklich vollstes Vertrauen entgegenbringe. Denn bei der Wahl, ein Buch für 5 Euro bei Ebay oder für 8 neu bei Amazon zu kaufen, fällt mir die Entscheidung nicht schwer.

Im Endeffekt wird das dazu führen, dass die relativ unprofitablen Privatverkäufer verschwinden. Aber damit mit Sicherheit eben auch viele Schnäppchenjäger nicht mehr zuschlagen und evtl gleich auch noch beim gewerblichen Anbieter 2 Auktionen drüber shoppen wird. Die gewerblichen Anbieter, die jetzt eventuell teilweise feiern, weil sie hinsichtlich des Versands eh ganz andere Möglichkeiten haben und die so Konkurrenz verlieren, beißen womöglich die Hand, die sie füttert.

In diesem Sinne, adieu Ebay.

1 Kommentar auf “Wie Ebay die Privatverkäufer vergrault”

  1. The Striker sagt:

    Weniger “Ebayer” = weniger potenzielle Käufer für gewerbliche Angebote.
    Der Schuß wird nach hinten losgehen, zumal man Vieles bei anderen Anbietern (z.B. Amazon) deutlich günstiger kaufen kann als bei den “Ebay-Profis”.

Kommentar abgeben

SEO Powered by Platinum SEO from Techblissonline

Blog Top Liste - by TopBlogs.de Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de