Auch wenn dies an sich ein eher heiterer Blog ist, so haben mir die Zahlen, die heute in einem Unicef Bericht genannt wurden, doch etwas dem Magen verschlagen. Oft wird ja relativ abstrakt über Kinderarmut und ähnliche Probleme geredet, alleine die Ausmaße führt man sich dann doch selten vor Augen.
Dabei sind diese wohl von den meisten von uns stark unterschätzt. Um den Bericht der Unicef mal zu zitieren:
- Schätzungsweise 51 Millionen Kinder kamen allein 2007 zur Welt, ohne dass ihre Geburt registriert wurde. In einigen Weltregionen wie im südlichen Afrika werden zwei Drittel aller Kinder nicht registriert; in Somalia und Liberia sind es sogar nur fünf Prozent. Ohne Geburtsurkunde haben Kinder kaum Aussichten auf einen Platz in der Schule und sind krimineller Ausbeutung schutzlos ausgeliefert.
- Mindestens eine Million Kinder sitzen in Gefängnissen – mehr als die Hälfte von ihnen ohne Gerichtsverfahren. Die große Mehrheit dieser Kinder hat keine schweren Verbrechen begangen.
- Mehr als 18 Millionen Kinder wachsen in Familien auf, die aufgrund von Kriegen oder Naturkatastrophen aus ihrer Heimat vertrieben wurden.
- In mindestens 29 Ländern der Erde sind Mädchen durch die Tradition der Genitalverstümmelung bedroht.
- Jedes dritte Mädchen in Entwicklungsländern wird als Kind verheiratet. In den Ländern Niger, Tschad und Mali liegt der Anteil der Kinderheiraten sogar bei über 70 Prozent, in Bangladesch, Guinea und der Zentralafrikanischen Republik sind es mehr als 60 Prozent.
Immerhin kann der Bericht auch Erfolge aufzählen, so ist die Zahl der Mädchen, die an ihren Genitalien beschnitten wurden, gesunken – wohl vor allem der Erfolg einiger sehr engagiert kämpfender Frauen, die das Thema nicht auf sich beruhen lassen (die Autorin des Romans Wüstenblume, Waris Dirie, kommt mir da zum Beispiel in den Sinn). Zum anderen ist das Durchschnittsalter, in dem Mädchen verheiratet werden, wohl leicht gestiegen.
Wer also in der nahenden Weihnachtszeit wieder überlegt, eventuell auch mal eine kleine Spende loszuwerden, ich denke, bei Unicef oder Organisationen, die diese Mißstände vor Ort bekämpfen, ist das Geld gut aufgehoben.