Nach den diversen Schleichwerbungsaffären und den Verstrickungen einiger Sportjournalisten in den Filz im Radsport, der lange Jahre zu einer fehlenden kritischen Distanz in der Berichterstattung führte, hat es nun erneut einen Korruptionsfall gegeben, der sich freilich scheinbar eher als Einzelfall darstellt.
Was ist passiert?
Doris J.Heinze, Leiterin der Abteilung Fernsehfilm beim NDR, soll ihrem Ehemann mehrere Drehbuchaufträge zugeschanzt haben. Mittlerweile hat sie wohl eingeräumt, dass genau dies bei 5 Projekten in den Jahren 2001-2009 passiert ist. Um das Ganze zu vertuschen schrieb der Ehemann unter dem Pseudonym "Niklas Becker" mit Wohnsitz in Kanada. Das liest sich nun alles selber wie ein relativ billiges Drehbuch, ist aber leider wohl die nackte Wahrheit. Die Rechnugen wurden dann von Frau Heinze gegengezeichnet.
Anscheinend sind aber wohl noch mehr Personen in diesen Fall verwickelt. So vermutet die FAZ, dass auch die Produzenten, die in aller Regel den Drehbuchautor kennen, von den Umständen Kenntnis hatten. Eine weitere Mitarbeiterin wurde wohl bereits wie Frau Heinze auch suspendiert. Beiden droht nun die fristlosen Kündigung.
Aus meiner Sicht ist das mal wieder ein gutes Beispiel für den Filz, der offenbar in den nach wie vor sehr unter der Knute der Politik stehenden Öffentlich Rechtlichen Sendern besteht. Es wäre alles nicht so empörend, wenn dieser Unsinn nicht auf Kosten des Quasi Steuerzahlers (aka GEZ Gebührenzahler) ausgetragen würde. Man darf, mal wieder, sich fragen, wer noch alles die Fleischtöpfe mißbraucht, um sich, seine Freunde und Angehörige daraus zu versorgen. Es ist jedenfalls Wasser auf die Mühlen derer, die wie ich die Abschaffung der GEZ Gebühr fordern, weil diese einfach nicht mehr zeitgemäß ist und die öffentlichen Sender lediglich dazu verleitet, mit dem Geld in unwirtschaftlicher Art und Weise umzugehen.